Geschichte der Trachtenbühne

In der Quartalsversammlung im Januar 1923 konnte der erste Vorstand berichten, dass bei der Christbaum-feier wegen zahlreicher Beteiligung 22.000 Mark übriggeblieben sind. Hierauf wurde beschlossen mit diesem Geld eine Theaterbühne zu bauen.

Im Protokoll zu der Versammlung am 22. April 1923 berichtet der Schriftführer, dass der Erlös des, unter der Leitung von Hauptlehrer Herz, dreimal aufgeführten Theaterstücks „Der Gmoa Lump“ wiederum für den Bau der Theaterbühne verwendet werden soll.

Es war die Zeit der großen Inflation in Deutschland, die mit der Währungsreform im November 1923 beendet werden konnte. Als stabile Übergangswährung etablierte sich die durch Grundschulden auf deutschen Boden und Anlagenkapital gedeckte Rentenmark. Mit Einführung der Reichsmark am 30. August 1924 endete die „Große Inflation“ endgültig.

Die wohl aus der finanziellen Unsicherheit heraus geborene Entscheidung, die neu angeschaffte Vereinsfahne durch Einnahmen aus Theateraufführungen mit zu finanzieren, war der Ursprung einer zwischenzeitlich seit 95 Jahren andauernden Theatertradition der „Schloßbergler“ Hopferau.

Bis zum Ausbruch des 2. Weltkriegs wurden aufgeführt:

1924     „Die Wilderer“

1926     „Das Kreuz im Tannengrund“

1928     „Am Grabeshügel der Mutter“

1930     „Die Hubertusmühle“

1932     „Der schneidige Berliner“

1934     „Der Schuss im Erlengrund“

1937     „Der Falkentoni“

Nach Kriegsende durfte auf Grund intensiver Bemühungen der damaligen Theaterleiter „Kehlar‘s Josef“ und Karl Poppler alias „Kehlar‘s Karl“ (2. Vorstand von 1947-1951), mit Genehmigung der amerikanischen Militärregierung unter der Lizenz Nr. 1114, zu Weihnachten 1946 das Volksstück „Almrausch und Edelweiß“ aufgeführt werden.

1946     „Almrausch und Edelweiß“
Einquartierte „Heimatvertriebene“
waren zu einer eintrittsfreien Aufführung geladen.

1947     „Das Köhlerkind vom Wildbachgrund“

1948     „Des Vaters Fluch“
Dabei wurden über 1000 Besucher gezählt. 2.000 Mark von den Einnahmen stellte der Verein für die Beschaffung neuer Kirchen-glocken zur Verfügung.

1949     „Das Kreuz in der Klamm“

1950     „Christtag eines Wilderers“

1951     „Die Wachtelhofer“

1952     „Weihnachten in der Schusterstube“

1953     „Wo die Alpenrosen blühen“
Auf Grund des großen Erfolgs entschlossen sich die Spieler der Theatergruppe mit dem Stück auch in den Nachbargemeinden Rieden und Roßhaupten ein Gastspiel zu geben.

1954     „Die Unglücksalm“

1955     „Des alten Musikanten Weihnachtsabend“

1958     „S´Edelweißdeandl“

1963     „Der Dimpflmoser im Himmel“

1964     „Stille Nacht – Heilige Nacht“

1968     „Der blinde Förster“

1971     „Das Heiratsgenie“

Nach einer rund 10-jährigen Spielpause waren es Paul Eberle alias „Müllar‘s Paul“ und Karl Poppler alias „Käs-Karl“, die das Theaterspiel der „Schloßbergler“ zu neuem Leben erweckten.

Paul Eberle (Ehrenschriftführer) war je 4 Jahre 1. bzw. 2. Vorplattler, sowie 34 Jahre Schriftführer der „Schloßbergler“. Neben den Vereinsaktivitäten hat er so manche lustige Episode aus dem Vereinsleben aufgezeichnet. Als „Büttenredner“ der Nachkriegszeit bekannt, übernahm Paul mit Witz und Humor Jahrzehnte lang die Ansage bei Heimatabenden und vielen weiteren Veranstaltungen, auch außerhalb der Gemeindegrenzen. Seine große Leidenschaft galt dem Theaterspiel. Nicht nur in großen Hauptrollen, sondern auch in vielen Einaktern und auch als Spielleiter begeisterte er viele Jahre sein Publikum.

Karl Poppler „Käs-Karl“ (Ehrenmitglied) ist weit über die Grenzen seiner Heimatgemeinde hinaus bekannt. Er beansprucht bei verschiedensten Anlässen die Lachmuskeln seiner Zuhörer mit gekonnten Vorträgen, markigen Sprüchen und selbstverfassten Mundartgedichten mit trockenem Allgäuer Humor. Die Brauchtumspflege der „Schloßbergler“ lag Karl stets am Herzen. Mehr als 30 Jahre war Karl sowohl Theater-, als auch Spielleiter und bekleidete viele Jahre das Amt „Brauchtum, Laienspiel und Mundart“. Karl erhielt Vereins- und Gauehrungen und ist Träger des Ostallgäuer Mundartpreises. Seine Vorliebe für das Theaterspiel hat er 55 Jahre gepflegt. 2013 feierten Karl, und auch seine Frau Anneliese, bei der 90-Jahrfeier der Trachtenbühne Hopferau, ihr 50-jähriges Bühnenjubiläum. Beide wurden von der Spielerschar kurzerhand zu Ehrentheaterspielern der Trachten-bühne Hopferau ernannt. 2018 übergab Karl nach mehr als 30 Jahren die Theater- und Spielleitung an Josef Brenner (Beirlar‘s Seppl).

Die neu organisierte Spielerschar ist zum Teil heute noch aktiv. Von 1982 bis heute präsentierte die Trachten-bühne Hopferau, anfänglich noch im Häberle-Saal (Gasthof Hirsch) und ab 1986 in der neuen Auenhalle folgende Bühnenstücke.

1982     „Das Heiratsgenie“

1983     „Das Glücksrad"

Auf Einladung von Pfarrer Willi Poppler wurde dieses Stück im Pfarrstadel in Osterzell bei unserem befreundeten Theaterverein „Bayr. Hiasl“ aufgeführt.

1984     „Der Hausfreund“
            Auch dieses Stück wurde im Pfarrstadel
            in Osterzell beim Theaterverein
           „Bayr. Hiasl“ aufgeführt.

1985     „Der Weiberfeind“

1986     „Ein Blitz aus heiterem Himmel“
            zur Eröffnung der Auenhalle

1987     „Alois, wo warst du heut Nacht?“
             Der Erlös der 10. Vorstellung wurde zu Gunsten der Renovierung der Kapelle „Mutter der Schmerzen“ in Heimen gespendet.

1988     „Das Wunder des Heiligen Florian“

1989     „Alles für die Katz“

1990     „Die verzwickte Heirat“

1991     „Das Kuckucksei“

1992     „Bei am Alte isch ma guat g´halte“
             Die kostenaufwändige Außen- und Dachrenovierung der Pfarrkirche St. Martin wurde durch die Spende vom Erlös einer Sondervorstellung unterstützt.

1993     „Der Fahrradlbürgermeister“

1994     „Prost Mahlzeit“

1995     „Do steckt doch dr Deifl drinn“

1996     „Der ehrliche Lügner“

1997     „No amol a Lausbua sei“

1998     „Der teuflische Frack”
            75 Jahre Trachtenbühne Hopferau

1999     A Rindvieh kommt selten allein”

2000     „Das verflixte Klassentreffen”

2001     „Der verkaufte Großvater”

2002     Bloß it übertreibe”

2003     „Die Millionen-Oma”

2004     „Die Gedächtnislücke”

2005     „Kommt von irgendwo a Lichtle her“

2006     „Der fidele Hausl”

2007     „Auf Spitz und Knopf”

2008     „Das Wunder des Heiligen Florian“

2009     „Der Traumurlaub“
            Der Erlös der Premiere wurde der Pfarrkirche „St. Martin“ zur Orgelrenovierung gespendet.

2010     „Alois wo warst du heute Nacht“

2011     „Adel verpflichtet“ 

2012     „Der Tyrann“

2013     „Der verflixte Führerschein“
            90 Jahre Trachtenbühne Hopferau

2014     „Polizeirevier 08 15“

2015     „Wunder, Zoff und Zunder"

2016     „Im Pfarrhaus ist der Teufel los“
            Mit dem Erlös einer Theateraufführung wurde der Neubau der Bergrettungswache Füssen unterstützt.

2017     Wenn a alter Stadel brennt

Neben den o. g. Stücken wurden auch von den aktiven Trachtlern zu verschiedensten Anlässen (z. B. Trachtenball), Einakter und Sketche aufgeführt. Auch die Trachtenjugend hat im Advent regelmäßig mit weihnachtlichen Theaterstücken, wie zwischenzeitlich auch 3 Musicals die Zuschauer begeistert.

Bilder

1983 "Das Glücksrad"

Auf Einladung von Pfarrer Willi Poppler wurde dieses Stück im Pfarrstadel in Osterzell bei unserem befreundeten Theaterverein „Bayr. Hiasl“ aufgeführt.

2015 "Wunder, Zoff und Zunder"